Freitag, 01. Dezember 2017

Neue Kaianlage für Schüttgutliegeplatz im Überseehafen

Wasserbau im Hafen orientiert sich an geplanter Seekanalvertiefung

Im Protokollzimmer des Rostocker Rathauses übergab heute der Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommerns, Christian Pegel, die rechtsverbindliche Zusicherung für einen Fördermittelbescheid in Höhe von fast 13,5 Millionen Euro für den Bau einer neuen Kaianlage im Überseehafen an den Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, Roland Methling.

 

„Der Rostocker Überseehafen ist von überregionaler Bedeutung für unser Land. Etwa 16.000 Menschen sind zurzeit direkt oder indirekt über den größten deutschen Ostseehafen beschäftigt. Mit der vom Bund zugesagten Vertiefung des Seekanals auf 16,50 Meter wird der Seehafen seine Bedeutung auch im europäischen Maßstab weiter erhöhen“, sagte Infrastrukturminister Christian Pegel und fügte hinzu: „Um diese Potenziale nutzen zu können, muss auch die Infrastruktur im Hafen entsprechend weiterentwickelt werden. Ich freue mich deshalb sehr, Ihnen heute die Zusicherung für den Zuwendungsbescheid über fast 13,5 Millionen Euro für die dringend erforderliche Erneuerung des Liegeplatzes 23 überreichen zu können.“

 

„Seit acht Jahrhunderten bestimmt der Hafen das Leben unserer Stadt. Und zweifellos ist er auch ein wesentlicher Motor für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Doch das passiert nicht im Selbstlauf. Immer wieder müssen wir uns an den Wünschen und Bedarfen unserer potenziellen Kunden orientieren. Daher sind Investitionen in den Rostocker Hafen immer auch Zukunftsinvestitionen für unser ganzes Land. Wir sind sehr dankbar, dass es uns auch unter dieser Prämisse im Hafen Rostock gelingt, die Kräfte des Landes und der Hansestadt erfolgsorientiert zu verknüpfen", so Roland Methling, Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock.

 

Der Neubau der 270 Meter langen und über 50 Jahre alten Kaianlage am Liegeplatz 23 befindet sich an der Ostseite des Hafenbeckens B und ist Teil des Schüttgutterminals von Pier III.

Das Schüttgutterminal an den Liegeplätzen 23 und 24 dient hauptsächlich dem Import von Steinkohle für das nahegelegene Kraftwerk. „Um größere Massengutfrachter bedienen und damit die Effektivität des Umschlags erhöhen zu können, muss die Wassertiefe am Liegeplatz 23 von derzeit 11,50 auf 14,50 Meter steigen. Da die bestehende Kaikonstruktion sanierungsbedürftig und eine Erhöhung der Wassertiefe hier technisch nicht möglich ist, wird der Neubau von Liegeplatz 23 in Angriff genommen. Zudem wird die Flächenbelastbarkeit der Kaianlage von zwei auf fünf Tonnen pro Quadratmeter erhöht. Die Bauarbeiten sollen bis Ende des Jahres 2019 abgeschlossen sein“, sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH.

 

Im nördlichen Anschlussbereich zum Liegeplatz 24 wird die Kaikonstruktion bereits für den zukünftigen Ausbau auf 16,50 Meter Wassertiefe vorbereitet. „Das gesamte Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro ist der Startschuss für den auf die geplante Seekanalvertiefung ausgerichteten Wasserbau im Überseehafen Rostock. Ziel ist es, nach der vom Bund für die Jahre 2020/21 geplanten Seekanalvertiefung sofort für große Massengutfrachter angebotsfähig zu sein“, sagt Jens A. Scharner, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH.

 

An den Schüttgutliegeplätzen 23 und 24 wurden im Jahr 2016 knapp 1,4 Millionen Tonnen Kohle, Erze und Baustoffe umgeschlagen.