Donnerstag, 10. August 2017

Rostocker Hafenumschlag auf hohem Niveau des Vorjahres

Starke Entwicklung im Fährverkehr

In Rostock gingen im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 14,8 Millionen Tonnen (brutto) Güter über die Kaikanten. Der Löwenanteil wurde mit 13,9 Millionen Tonnen im Überseehafen umgeschlagen. Weitere 900.000 Tonnen wurden laut Hafen- und Seemannsamt in anderen Rostocker Hafenanlagen wie dem Chemiehafen Yara sowie Fracht- und Fischereihafen verladen. Die Gütermengen aller Rostocker Häfen lagen damit um nur 100.000 Tonnen unter dem sehr hohen Niveau des Vorjahres. Die Zahl der beförderten Fährpassagiere von und nach Nordeuropa stieg um 70.000 auf eine Million. „Das ist insgesamt ein erfreuliches Ergebnis, zeigt es doch die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit der Rostocker Hafenwirtschaft. Rostock ist sowohl der größte Ostseehafen Deutschlands im Güter- als auch im Fähr- und Kreuzfahrtpassagierverkehr. Damit tragen der Hafen und die Hafenunternehmen wie zu Zeiten der Hanse wieder zum Wohlstand Rostocks bei“, sagt Jens A. Scharner, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH.

 

Überseehafen Rostock

 

Im Überseehafen wurde mit 13,9 Millionen Tonnen umgeschlagener Güter exakt das Vorjahresergebnis erreicht. Auf die rollende Fracht des Fähr- und RoRo-Verkehrs entfielen wie im Vorjahr acht Millionen Tonnen. Der Anteil der Fähr- und RoRo-Güter am Gesamtumschlag im Universalhafen Rostock betrug im ersten Halbjahr 58 Prozent. 42 Prozent bzw. 5,9 Millionen Tonnen wurden mit dem Umschlag von Schütt-, Flüssig- und Stückgütern erzielt. „Die sehr gute Entwicklung im Flüssiggutbereich vermochte es, die ernte- bzw. baustellenbedingten Rückgänge im Getreide- und Düngemittelumschlag auch tonnenmäßig auszugleichen“, sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der ROSTOCK PORT GmbH.

 

Der Rostocker Überseehafen verzeichnete 3.683 Anläufe von Fähr-, RoRo-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffen in den ersten sechs Monaten des Jahres, davon 2.897 Anläufe von Fähr- und RoRo-Schiffen.

Rollende Ladung

 

Auf den drei Fähr- und drei RoRo-Verbindungen von und nach Dänemark, Schweden und Finnland wurden 191.951 Lkw (begleitete Einheiten) transportiert, ein beeindruckendes Plus von acht Prozent. Der Umschlag von unbegleiteten Einheiten nahm ebenfalls zu, 65.865 Trailer rollten über die Kaikanten (+ zwei Prozent). Im ersten Halbjahr 2017 wurden zudem 7.437 Eisenbahnwaggons über See transportiert. Das waren 4.111 Waggons weniger als im Vorjahreszeitraum. „Weniger trajektierte Eisenbahnwaggons als Folge der Werftzeiten beider Eisenbahnfähren beeinflussten zwar die Tonnenumschlagsstatistik, ändern aber nichts an der sehr guten Entwicklung im Fähr- und RoRo-Verkehr, ersichtlich an den hohen Zuwachsraten in den Segmenten Lkw, Trailer und Pkw“, erläutert Dr. Gernot Tesch. „9,5 Prozent mehr transportierte Pkw sprechen eine sehr eindeutige Sprache.“

 

Auf dem Terminal für den Kombinierten Verkehr (KV) verkehren wöchentlich 34 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (13), Hamburg (5), Karlsruhe (5), Brünn (6), Duisburg (4), und Wels (1). Im ersten Halbjahr 2017 stieg die Anzahl der auf dem KV-Terminal umgeschlagenen Einheiten von 38.351 im Vorjahreszeitraum auf 43.066 Ladeeinheiten und damit um zwölf Prozent. „Die Entwicklung im Kombinierten Verkehr gestaltet sich in diesem Jahr durchwachsen. Die Verlagerung des Novara-Zuges im zweiten Quartal 2017 wird sich im weiteren Jahresverlauf dämpfend auf die KV-Mengen auswirken. Mit Partnern arbeiten wir weiterhin daran, einzelne Relationen zu verdichten und neue KV-Verbindungen auszubauen. Viele KV-Verbindungen entwickeln sich positiv, insbesondere die Relation Rostock-Brünn“, so Dr. Gernot Tesch.

 

Massen- und Stückgüter

 

Der Flüssiggutumschlag der ersten sechs Monate 2017 stieg auf etwas mehr als 1,4 Millionen Tonnen an. Insbesondere mehr Biodiesel, Gasöl und Naphta wurden über die Kaikanten gepumpt.

 

Bei dem Umschlag von Schüttgütern gab es einen leichten Rückgang um 200.000 auf vier Millionen Tonnen. Im ersten Halbjahr wurden, bedingt durch die etwas schlechtere Ernte des Vorjahres, 390.000 Tonnen weniger Weizen und Gerste umgeschlagen. Für das Erntejahr 2016/2017 geht der Hafen von wieder steigenden Getreidemengen aus. Zuwächse gab es beim Umschlag von Raps (plus 160.000 Tonnen) und Kohle (plus 120.000 Tonnen).

Im Stückgutbereich konnten 330.000 Tonnen über die Kaikanten gehievt werden und damit 50.000 Tonnen weniger als im vorherigen Halbjahr. Es wurden weniger Rohre, Windkraftanlagen und –flügel, aber mehr Bleche, Brammen sowie Krananlagen verladen.

 

Projekte und Investitionen der ROSTOCK PORT GmbH

 

„Im ersten Halbjahr 2017 investierte die ROSTOCK PORT GmbH bereits rund zehn Millionen Euro in die Infrastruktur und die Verbesserung der Abläufe im Hafen“, sagt Jens A. Scharner.

 

Drei Teilvorhaben zur Verkehrsertüchtigung waren zur Ausführung in diesem Jahr vorbereitet: der Bau der neuen Teilanschlussstelle von der Autobahn in den östlichen Seehafen, der Abriss des alten Stellwerkes in diesem Bereich sowie der Neubau einer zweispurigen Verkehrsbrücke in das Hafengebiet östlich des Ölhafens. Diese Maßnahmen wurden planmäßig begonnen. Für die direkten Ab- und Auffahrbereiche der Teilanschlussstelle an der A19 wird der Bund noch ein förmliches Planfeststellungsverfahren durchführen. Die Genehmigungsplanung dafür wurde eingeleitet. Spätestens 2019 soll mit dem Bau begonnen werden.

 

Um die gewachsenen Verkehre und Umschlagaktivitäten im RoRo-Bereich zu unterstützen, wurde das Bürogebäude im südlichen Hafengebiet abgerissen. Die entstandene Fläche wird noch in diesem Jahr befestigt und soll dann als weiterer Trailer-Stellplatz genutzt werden.

 

Im Herbst 2017 plant ROSTOCK PORT die Ausschreibung und den Baubeginn für den Neubau des Schüttgut-Liegeplatzes 23 mit einer Investitionssumme von etwa 20 Millionen Euro. Die grundhafte Reparatur der Liegeplätze 21 und 22 im Hafenbecken B wird bis Sommer 2017 abgeschlossen sein.

 

Im Ölhafen werden von ROSTOCK PORT derzeit vier Millionen Euro investiert, um den östlichen Querkai und die Steganlage an den Liegeplätzen 3 und 4 zu erneuern.

 

Als gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahme für Hafeninfrastruktur-projekte investiert ROSTOCK PORT seit letztem Jahr in die Schaffung eines rund 20 Hektar großen Wald- und Wiesenareals östlich der Werftallee in Groß Klein. Dieses Grundstück befindet sich im Eigentum von ROSTOCK PORT und wird als naturnaher Erholungsraum bis Ende 2018 aufgewertet.

Des Weiteren wird ROSTOCK PORT das Naturschutzprojekt zur ökologischen Aufwertung des „Diedrichshäger Moores“ bei Warnemünde noch in diesem Jahr abschließen. Diese Maßnahme wurde 2009 genehmigt und planfestgestellt. Sie wird für zukünftige Ausbaumaßnahmen im existierenden Sondergebiet Hafen als naturschutzfachliches Kompensationspotential über ein Ökokonto dem Hafen zur Verfügung stehen.

 

Kreuzfahrthafen Warnemünde

 

Die Kreuzfahrtsaison 2017 startete am 27. April mit dem Anlauf des Kreuzfahrtschiffes „AIDAdiva“. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises bringt in dieser Saison mit „AIDAdiva“ und „AIDAmar“ erneut zwei Schiffe in ihren Ostseebasishafen Warnemünde. 40 von 50 Passagierwechselanläufen werden in diesem Jahr von AIDA Cruises durchgeführt. Zudem gibt es 61 Teilreisewechsel von Costa, MSC, NCL und anderen Reedereien, bei den insbesondere deutsche Passagiere in Warnemünde an und von Bord gehen.

 

In diesem Jahr werden 190 Anläufe von 36 Kreuzfahrtschiffen erwartet: 173 Mal legen die Schiffe in Warnemünde und 17 Mal im Überseehafen an. Fünf Schiffe steuerten 2017 erstmals die Warnowmündung an: „Viking Sky“ am 28. April, „MSC Magnifica“ am 13. Mai, „Norwegian Getaway“ am 17. Mai, „Seven Seas Explorer“ am 2. Juli und „Columbus“ am 26. Juli.

 

Im Kreuzfahrtkalender 2017 stehen drei Vierfachanläufe am 16. Juni, 26. August und 1. September. Mehr als 100 Anläufe finden an den Wochentagen Freitag (39), Sonnabend (43) und Sonntag (35) statt. Insgesamt laufen an 112 Tagen des Jahres 2017 Kreuzfahrtschiffe den Hafen an der Warnow an. Am 12. Oktober endet die Saison mit dem Anlauf des Kreuzfahrtschiffs „Balmoral“ der englischen Reederei Fred Olsen Cruise Line.

Mit mehr als 800.000 Kreuzfahrtgästen, die an und von Bord der Kreuzfahrtschiffe gehen, werden etwas mehr Passagierbewegungen im Hafen erwartet als im letzten Jahr.

 

„In Kooperation mit dem Flughafen Rostock-Laage und vielen Partnern wird der Passagierwechsel von internationalen Gästen im Kreuzfahrthafen Warnemünde weiter ausgebaut. Nach rund 71.000 spanischen, italienischen und französischen Kreuzfahrtgästen, die im letzten Jahr über den Flughafen Rostock-Laage an- und abreisten, wird in dieser Saison mit einem weiteren Wachstum auf rund 80.000 gerechnet“, erklärt Jens A. Scharner.