Daten und Fakten zum Seehafen Rostock

Mit 25,1 Millionen Tonnen (brutto) umgeschlagener Güter im Jahr 2015 erzielten die Rostocker Hafenunternehmen das viertbeste Umschlagergebnis in der Geschichte des Überseehafens und verzeichneten ein Plus von vier Prozent im Vergleich zu 2014.

Dieses positive Ergebnis ist umso bemerkenswerter, da durch eine Havarie im Getreidebereich dem Hafen mehrere hunderttausend Tonnen Umschlag verlorengingen und auch der tonnenintensive Flüssiggutumschlag im Jahr 2015 schwächelte. Insbesondere erfreulich war, dass Zuwächse bei wertschöpfungsintensiven Gutarten wie Fähr- und RoRo-Gütern, Papier sowie Stückgütern die Rückgänge bei tonnenintensiven Gutarten mehr als kompensieren konnten.

Starker Anteil von Fähr- und RoRo-Verkehren

Einen bedeutenden Anteil am Umschlag haben die Fähr- und RoRo-Verkehre. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Seehafens Rostock betrug im vergangenen Jahr 58 Prozent.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, zog der Umschlag erneut stark an. Insgesamt stieg die Menge um 1,1 Millionen Tonnen auf 14,7 Millionen Tonnen (+8 Prozent zum Vorjahr).

Die Reederei "Finnlines" verstärkte ihren Finnland-Dienst seit dem 19. Januar 2015 mit einer neuen Linie nach Hanko. Das RoRo-Schiff Finnmerchant verkehrt zwei Mal wöchentlich zwischen Rostock und Hanko. Die Reederei "Swedish Orient Line (SOL)" setzt im Finnland-Verkehr seit dem 20. Januar 2015 mit Merchant ein weiteres RoRo-Schiff nach Hanko ein und erhöht damit ihre wöchentliche Frequenz auf fünf Abfahrten.

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten LKW-Einheiten stieg an: von 317.998 im Jahr 2014 auf 341.988 im letzten Jahr.

Die beförderten Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg nahmen ebenfalls zu: von 19.007 auf 21.672. Ebenso die Anzahl umgeschlagener Trailer: von 107.776 im Jahr 2014 auf 122.543.

Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 200.000 auf 2,2 Millionen Reisende. Damit ist Rostock der größte deutsche Fährpassagierhafen mit mehreren Linienverbindungen nach Nordeuropa.

Wachstumsmotor Kombinierter Ladungsverkehr

Auf dem Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) verkehrten 2015 wöchentlich 34 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (12), Hamburg (6), Karlsruhe (4), Brno (3), Novara (3), Duisburg (3), Domodossola (2) und Wels (1). Die Anzahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten stieg von 62.324 im Jahr 2014 auf 68.723 im vergangenen Jahr – und damit um zehn Prozent.

Zudem betreibt der Bahnoperateur Kombiverkehr seit dem 12. Januar 2015 drei Mal pro Woche eine neue, mit nur acht Stunden Fahrtzeit sehr schnelle Direktverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der Ostseeküste. Auch der stark wachsende Papierimport sollte zu einer verstärkten Nutzung von Kombiverkehrszügen führen.

Massengüter

Einbußen verzeichnete der Schüttgutumschlag. Er lag im vergangenen Jahr mit insgesamt sieben Millionen Tonnen knapp unter dem hohen Niveau des Vorjahres. Neben dem leicht gewachsenen Getreideumschlag von 3,3 Millionen Tonnen, schlugen auch die über die Kaikanten gepumpten 623.000 Tonnen Zement positiv zu Buche.

Hingegen nahm der Umschlag von Splitt um 130.000 Tonnen auf 315.000 Tonnen ab.

 

Der Zementumschlag ist nach der Ertüchtigung der Bahnstrecke seit November 2013 zurück in Rostock.