Hauptgutarten

Fähr- und RoRo-Güter als Wachstumstreiber im Rostocker Hafengeschäft.

Das Fährterminal verfügt über fünf Anleger. Der Liegeplatz 64 ist auch für die Abfertigung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet. Vom Fährterminal führt eine Hochstraße direkt zu den Autobahnen A19/ A20.

Mit den in unmittelbarer Nähe gelegenen RoRo-Terminal mit vier Liegeplätzen und dem Terminal für Kombinierten Ladungsverkehr bietet der Hafen sowohl für die Linien- als auch für die Trampschifffahrt beste Abfertigungsbedingungen.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, zog der Umschlag erneut an. Insgesamt stieg die Menge um 630.000 Tonnen auf 16,6 Millionen Tonnen (+ 4 Prozent zum Vorjahr). 

 

Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Seehafens Rostock betrug damit im vergangenen Jahr 62 Prozent.

Hohe Wachstumsraten im begleiteten Lkw- sowie im Pkw-Verkehr stellten 2017 die Höhepunkte der Umschlagentwicklung im Überseehafen dar.

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten LKW-Einheiten stieg an: von 354.170 im Jahr 2016 auf 383.373 im vergangenen Jahr. Ebenso, wenn auch geringfügig, die Anzahl umgeschlagener Trailer: von 122.352 auf 122.680 im letzten Jahr.

Die Zahl der beförderten Pkw stieg im Vergleich zu 2016 um zwölf Prozent auf 482.000 an. Auch die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 200.000 und damit ebenfalls auf einen neuen Bestwert von 2,5 Millionen Reisenden.

Die beförderten Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg nahmen hingegen ab: von 20.358 auf 14.564.

Im Jahr 2017 wurden zudem 706.000 Tonnen Papier im Überseehafen verladen. Der Löwenanteil am Papierumschlag wird durch UPM erbracht. Der finnische Papierkonzern hatte Anfang 2015 sein Papiergeschäft in der südlichen Ostsee auf Rostock konzentriert.

Das Hauptaugenmerk in den nächsten Jahren liegt auf dem weiteren Ausbau der Infrastruktur, um die Voraussetzungen für weiteres, erwartetes Wachstum zu schaffen.

 

Kombinierter Ladungsverkehr

Das leistungsstarke Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter wurde bis März 2014 auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern ausgebaut und erstreckt sich auf etwa 70.000 Quadratmetern.

Insgesamt fünf Gleise werden durch zwei neue, kurventaugliche Portalkräne bedient, jeder mit einem Gewicht von 500 Tonnen, einer Höhe von 35 Meter und einer Spannweite von 76,5 Meter. Der Hafenplatz Rostock ist damit für weitere Mengenentwicklungen bei der rollenden Ladung gerüstet.

 

Auf dem Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) konnten 2017 erneut mehr als zwei Millionen Tonnen Güter bewegt werden. Die Anzahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten stieg von 69.824 im Jahr 2015 und 76.012 im Jahr 2016 auf 80.288 Einheiten– und damit um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das KV-Netz wurde kontinuierlich verdichtet und ausgebaut. Derzeit verkehren wöchentlich 35 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (14), Hamburg (5), Karlsruhe (5), Halle/Schkopau (2), Brünn (6), und Wuppertal (3 Mal ab 23. Januar 2018 anstelle der bis dahin verkehrenden Duisburg-Verbindung).

Die Entwicklung im Kombinierten Verkehr verlief im vergangenen Jahr dagegen durchwachsen, insbesondere wegen der Reduzierung der Abfahrten nach Finnland wie auch Qualitätsproblemen im Netz im Hinterland des Hafens Rostock. Die Verlagerung des Novara-Zuges im zweiten Quartal 2017 wie auch die Einstellung des einmal wöchentlich verkehrenden Wels-Zuges zum Jahreswechsel wirkten sich daher dämpfend auf die KV-Mengen aus, während die Verbindungen nach Brünn und Verona Frequenzerhöhungen erfuhren.

Alle Partnern arbeiten weiterhin daran, einzelne Relationen zu verdichten und neue KV-Verbindungen aufzubauen. So konnte mit einem starken Engagement zum Beispiel von Stena Line, Deucon und der Preßnitztalbahn eine neue Ganzzugverbindung für Containertransporte zwischen Rostock und Halle/Schkopau aufgebaut werden, die Rostock mit dem mitteldeutschen Chemiedreieck verbindet.

Diesen kooperativen Ansatz zur Entwicklung neuer Logistikkonzepte gilt es auszubauen.

Schüttgüter

Für Schüttgüter stehen im Hafen insgesamt 420.000 Quadratmeter Freilager und 55.000 Quadratmeter gedeckte Lager zur Verfügung.

Neben dem Umschlag von Kohle gehören vor allem Baustoffe, Düngemittel und Getreide zu den bedeutendsten Schüttgütern im Rostocker Hafen.

Der Schüttgutumschlag lag im vergangenen Jahr mit insgesamt sieben Millionen Tonnen sechs Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere der Export von Weizen war auf Grund schlechterer Ernteergebnisse rückläufig.

Kohle / Baustoffe

An den Liegeplätzen 23 und 24 können täglich bis zu 20.000 Tonnen Kohle gelöscht werden. Für das Entladen von Seekies, Kalkstein und Splitt (Liegeplatz 22) werden Brückenkrane benutzt. Zentrum ist ein Terminal für 240.000 Tonnen Steinkohle. Über Förderbänder wird sowohl die Versorgung des benachbarten 500-MW-Steinkohlekraftwerkes wie auch der übrigen Abnehmer garantiert. 

Am Liegeplatz 21 befinden sich neben einem Kran mit einer Stundenleistung bis zu 700 Tonnen eine Aufbereitungsanlage für Seekies.

Düngemittel

Der Düngemittelkai (Liegeplatz 12) ist ausgerüstet mit einem Schiffsbelader (Stundenleistung von 1.000 Tonnen), einer Waggonentladestation und Lagerhallen mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen sind durch ein 700 Meter langes Förderbandsystem mit dem Schiffsbelader verbunden. Hauptumschlagsgut ist Kalkammonsalpeter (KAS), das im nahegelegenen Düngemittelwerk produziert wird.

Getreide

496.000 Tonnen fassende Getreidesilos und Anlagen zur Be- und Entladung von Schiffen, Lkw und Waggons sichern eine fachgerechte Behandlung der Ware und ihren schnellen Umschlag. Für den Export von Getreide stehen zwei Schiffsbelader mit Stundenleistungen bis zu 1.000 Tonnen bereit. Das Löschen der Schiffe erfolgt über einen Entlader, der bis zu 350 Tonnen pro Stunde leistet. Ein Förderband-Verbundsystem sichert einen reibungslosen Getreideumschlag von den Siloanlagen bis in die Schiffe.

Unmittelbar am Getreidehafen arbeitet eine der modernsten Mälzereien Europas. Ein eigenes Silo mit 10.000 Tonnen Fassungsvermögen und der Verbund mit der Siloanlage des Hafens garantieren eine schnelle Annahme der Braugerste und eine ebenso zügige Auslieferung.

Mit einer Leistung von 1.600 Tonnen verarbeitete Rapssaat pro Tag nahm im August 2006 die größte Ölmühle Deutschlands ihre Produktion auf. Die Investitionskosten betrugen rund 14 Millionen Euro. Zur Ölmühle gehören die Extraktionsanlage, Saatlager, Saataufbereitung, ein Produktlager und eine Serviceabteilung.

Der Export von Weizen war im Jahr 2017 auf Grund schlechterer Ernteergebnisse rückläufig. Im Vergleich zum Jahr 2016 wurden rund 600.000 Tonnen Weizen weniger verschifft. Sehr positiv entwickelte sich der Umschlag von Raps auf 627.000 Tonnen             (+ 60 %).

Der Getreideumschlag bleibt trotz der Rückgänge beim Weizenexport mit etwa 2,8 Millionen Tonnen die Hauptschüttgutart im Überseehafen.

Auf Pier IV entsteht bis zum Jahresende 2018 eine neue Getreidesilo- und Verladeanlage mit 160.000 Tonnen Silokapazität. Neben der weiteren Aufwertung Rostocks als Getreideexporthafen ist insbesondere die zusätzliche Verladekapazität von 1200 Tonnen Getreide pro Stunde bedeutsam.

Stückgüter

Drei solide Kaihallen von je 360 Meter Länge, die über einen land- und wasserseitigen Gleis- und Straßenanschluss verfügen, werden für den Umschlag und die Lagerung genutzt. Krananlagen mit einer Tragkraft von bis zu 100 Tonnen sorgen zudem für den schnellen Umschlag von Stückgütern, Windkraftanlagen und Projektladungen. 

Insgesamt stehen im Seehafen Rostock 600.000 Quadratmeter Freiflächen sowie 120.000 Quadratmeter gedeckte Lager für Stückgüter zur Verfügung. Zentrum des Umschlags von konventionellem und massenhaftem Stückgut ist der Pier II. 

Einen Rückgang auf 630.000 Tonnen gab es beim Umschlag von Stückgütern. Es wurden weniger Brammen und Windkraftanlagen über die Kaikanten gehievt. Zuwächse gab es beim Umschlag von Blechen und Krananlagen.

Flüssiggüter

Der Ölhafen verfügt über ein Tanklager mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Kubikmetern, das für die Lagerung und für den Umschlag von Mineralölen wie Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffen vorgesehen ist. Daneben werden auch Erdöl, Flüssigdünger und andere Flüssigprodukte umgeschlagen.

Der Ölhafen bietet Liegeplätze für sechs Tanker bis zu 100.000 tdw, bei einer Umschlagleistung von bis zu 6.000 Tonnen pro Stunde. Der Umschlag erfolgt auch per Kesselwagen, über zwei Pipelines (Schwedt, Böhlen) oder per Tankkraftwagen. 

Betreiber ist die Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH. Sie ist ein neutraler Dienstleister für alle Mineralölfirmen, die über Rostock umschlagen.

Der Ölhafen ist auch Standort einer Biodieselanlage mit einer Jahreskapazität von 150.000 Tonnen Biodiesel und 18.000 Tonnen Glycerin.

Der Umschlag von Flüssiggütern lag 2017 mit 2,7 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau. Im vergangenen Jahr wurde mehr Biodiesel, Naphtha und Gasöl über die Rostocker Kaikanten gepumpt, aber weniger Heizöl und Benzin.