Hauptgutarten

Fährgüter

Das Fährterminal verfügt über ein 200.000 Quadratmeter großes Areal mit fünf Anlegern, von denen zwei für die Abfertigung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet sind. Damit verfügt Rostock über alle Voraussetzungen, seine gute Position als Knotenpunkt für den Fährverkehr in der Ostsee auszubauen.

Wieder einmal erwies sich der Fähr- und RoRo-Verkehr als Wachstumstreiber im Rostocker Hafengeschäft.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, zog der Umschlag erneut stark an. Insgesamt stieg die Menge um 1,3 Millionen Tonnen auf 16 Millionen Tonnen (+9 Prozent zum Vorjahr). Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Seehafens Rostock betrug damit im vergangenen Jahr 60 Prozent.

Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten LKW-Einheiten stieg an: von 326.051 im Jahr 2015 auf 354.175 im vergangenen Jahr. Ebenso die Anzahl umgeschlagener Trailer: von 116.649 im Jahr 2015 auf 122.352 im letzten Jahr.

 

Die beförderten Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg nahmen etwas ab: von 21.672 auf 20.358.

 

Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 100.000 auf 2,3 Millionen Reisende. Damit ist Rostock der größte deutsche Fährpassagierhafen mit mehreren Linienverbindungen nach Nordeuropa.

 

Das Hauptaugenmerk muss in den nächsten Jahren auf dem Ausbau der Infrastruktur liegen, um die Voraussetzungen für weiteres, erwartetes Wachstum zu schaffen.

RoRo-Güter

Mit vier RoRo-Liegeplätzen, unmittelbar neben dem Fährterminal und dem Terminal für Kombinierten Ladungsverkehr gelegen, bietet der Hafen sowohl für die Linien- als auch für die Trampschifffahrt beste Abfertigungsbedingungen.

Im vergangenen Jahr gingen 823.000 Tonnen Papier im Überseehafen über die Kaikanten der Liegeplätze 60, 62, 63 und 31. Das waren 207.000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Insbesondere durch die Konzentration des UPM-Papiergeschäfts in der südlichen Ostsee auf den Hafen Rostock seit Anfang 2015 sowie die Qualität aller im Umschlagbereich tätigen Akteure kam es zu einem Sprung in der Mengenentwicklung. Der Löwenanteil am Papierumschlag wird durch UPM erbracht.

Die Reederei Swedish Orient Line (SOL), die seit September 2012 einen RoRo-Dienst zwischen Rostock und dem finnischen Hanko mit jeweils vier bis fünf Abfahrten pro Woche betrieb, stellte ihren Verkehr zum Jahresende 2016 ein.

Der Korridor Rostock-Finnland ist in den letzten Jahren entgegen dem Markttrend sehr stark gewachsen. Dazu haben beide in Rostock operierenden Finnland-Carrier beigetragen. Umso mehr bedauert ROSTOCK PORT den Rückzug von SOL. Der Gütertransport in diesem Korridor wird auf Grund der verkehrsgeographischen Vorteile und infrastrukturellen Anbindung Rostocks weiter wachsen. Beleg dafür sind die angekündigten Kapazitäts- und Frequenzerhöhungen der Reederei Finnlines.

Kombinierter Ladungsverkehr

Das leistungsstarke Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter wurde bis März 2014 auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern ausgebaut und erstreckt sich auf etwa 70.000 Quadratmetern.

Insgesamt fünf Gleise werden durch zwei neue, kurventaugliche Portalkräne bedient, jeder mit einem Gewicht von 500 Tonnen, einer Höhe von 35 Meter und einer Spannweite von 76,5 Meter. Der Hafenplatz Rostock ist damit für weitere Mengenentwicklungen bei der rollenden Ladung gerüstet.

Auf dem Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) konnten 2016 erstmals etwas mehr als zwei Millionen Tonnen Güter bewegt werden. Die Anzahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten stieg von 69.824 im Jahr 2015 auf 76.012 im vergangenen Jahr – und damit um neun Prozent. Das KV-Netz wurde kontinuierlich verdichtet und ausgebaut. Derzeit verkehren wöchentlich 36 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (13), Hamburg (5), Karlsruhe (5), Brno (4), Novara (3), Duisburg (5) und Wels (1).

Ein weiterer Ausbau der Relationen und Frequenzen wird angestrebt.

Schüttgüter

Für Schüttgüter stehen im Hafen insgesamt 420.000 Quadratmeter Freilager und 55.000 Quadratmeter gedeckte Lager zur Verfügung.

Neben dem Umschlag von Kohle gehören vor allem Baustoffe, Düngemittel und Getreide zu den bedeutendsten Schüttgütern im Rostocker Hafen.

Der Schüttgutumschlag lag im vergangenen Jahr mit insgesamt 7,4 Millionen Tonnen und damit mit einem Plus von sechs Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Positiv entwickelten sich fast alle Schüttgutarten, vor allem aber Ölsaaten, Düngemittel und Kohle.

 

Kohle / Baustoffe

An den Liegeplätzen 23 und 24 können täglich bis zu 20.000 Tonnen Kohle gelöscht werden. Für das Entladen von Seekies, Kalkstein und Splitt (Liegeplatz 22) werden Brückenkrane benutzt. Zentrum ist ein Terminal für 240.000 Tonnen Steinkohle. Über Förderbänder wird sowohl die Versorgung des benachbarten 500-MW-Steinkohlekraftwerkes wie auch der übrigen Abnehmer garantiert. 

Am Liegeplatz 21 befinden sich neben einem Kran mit einer Stundenleistung bis zu 700 Tonnen eine Aufbereitungsanlage für Seekies.

Düngemittel

Der Düngemittelkai (Liegeplatz 12) ist ausgerüstet mit einem Schiffsbelader (Stundenleistung von 1.000 Tonnen), einer Waggonentladestation und Lagerhallen mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen sind durch ein 700 Meter langes Forderbandsystem mit dem Schiffsbelader verbunden. Hauptumschlagsgut ist Kalkammonsalpeter (KAS), das im nahegelegenen Düngemittelwerk produziert wird.

Getreide

496.000 Tonnen fassende Getreidesilos und Anlagen zur Be- und Entladung von Schiffen, Lkw und Waggons sichern eine fachgerechte Behandlung der Ware und ihren schnellen Umschlag. Für den Export von Getreide stehen zwei Schiffsbelader mit Stundenleistungen bis zu 1.000 Tonnen bereit. Das Löschen der Schiffe erfolgt über einen Entlader, der bis zu 350 Tonnen pro Stunde leistet. Ein Förderband-Verbundsystem sichert einen reibungslosen Getreideumschlag von den Siloanlagen bis in die Schiffe.

Unmittelbar am Getreidehafen arbeitet eine der modernsten Mälzereien Europas. Ein eigenes Silo mit 10.000 Tonnen Fassungsvermögen und der Verbund mit der Siloanlage des Hafens garantieren eine schnelle Annahme der Braugerste und eine ebenso zügige Auslieferung.

Mit einer Leistung von 1.600 Tonnen verarbeitete Rapssaat pro Tag nahm im August 2006 die größte Ölmühle Deutschlands ihre Produktion auf. Die Investitionskosten betrugen rund 14 Millionen Euro. Zur Ölmühle gehören die Extraktionsanlage, Saatlager, Saataufbereitung, ein Produktlager und eine Serviceabteilung.

Der Getreideumschlag, der trotz schlechter Ernteergebnisse im letzten Jahr leicht zulegen konnte, bleibt mit etwa 3,5 Millionen Tonnen jedoch die Hauptschüttgutart im Überseehafen. Um die angestrebte Entwicklung Rostocks zu einem Getreidehub zu unterstützen sowie perspektivisch die Chancen der Seekanalvertiefung gerade für den Getreideexport zu nutzen, wird durch Euroports bis 2018 ein weiterer leistungsfähiger Getreidebelader im Überseehafen errichtet. Darüber hinaus bauen auch weitere Getreidekunden ihre Lagerkapazitäten aus.

Stückgüter

Drei solide Kaihallen von je 360 Meter Länge, die über einen land- und wasserseitigen Gleis- und Straßenanschluss verfügen, werden für den Umschlag und die Lagerung genutzt. Krananlagen mit einer Tragkraft von bis zu 100 Tonnen sorgen zudem für den schnellen Umschlag von Stückgütern, Windkraftanlagen und Projektladungen. 

Insgesamt stehen im Seehafen Rostock 600.000 Quadratmeter Freiflächen sowie 120.000 Quadratmeter gedeckte Lager für Stückgüter zur Verfügung.

Zentrum des Umschlags von konventionellem und massenhaftem Stückgut ist der Pier II. 

Im Vergleich zu 2015 (956.000 Tonnen) wurden im Jahr 2016 750.000 Tonnen über die Kaikanten gehievt, insbesondere Bleche, Brammen, Rohre, Windkraftanlagen und Papier.

Der ausgewiesene Rückgang beim Umschlag von Stückgütern im vergangenen Jahr ist ausschließlich einer veränderten Zuordnung des Umschlagguts Papier (nunmehr bei Fähr- und RoRo-Gütern) geschuldet. Ohne Berücksichtigung des Papierumschlags nahm der Stückgutumschlag sogar leicht zu. So war vor allem ein steigender Umschlag von Blechen und Brammen zu verzeichnen.

 

 

 

Flüssiggüter

Der Ölhafen verfügt über ein Tanklager mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Kubikmetern, das für die Lagerung und für den Umschlag von Mineralölen wie Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffen vorgesehen ist. Daneben werden auch Erdöl, Flüssigdünger und andere Flüssigprodukte umgeschlagen.

Der Ölhafen bietet Liegeplätze für sechs Tanker bis zu 100.000 tdw, bei einer Umschlagleistung von bis zu 6.000 Tonnen pro Stunde. Der Umschlag erfolgt auch per Kesselwagen, über zwei Pipelines (Schwedt, Böhlen) oder per Tankkraftwagen. 

Betreiber ist die Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH. Sie ist ein neutraler Dienstleister für alle Mineralölfirmen, die über Rostock umschlagen.

Der Ölhafen ist auch Standort einer Biodieselanlage mit einer Jahreskapazität von 150.000 Tonnen Biodiesel und 18.000 Tonnen Glycerin.

Der Umschlag von Flüssiggütern verzeichnete 2016 mit 2,7 Millionen Tonnen einen Zuwachs von 300.000 Tonnen bzw. zwölf Prozent im Vergleich zu 2015. Im vergangenen Jahr wurde mehr Benzin, Ethanol, Naphtha, Gas- und Heizöl über die Rostocker Kaikanten gepumpt.