Freitag, 09. November 2018

Hafen Rostock wirbt für Erhalt und gleichberechtige Zwei-Wege-Strategie nach Skandinavien

von links: Jens. A Scharner, Norbert Brackmann MdB (Beauftragter der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft), Katrin Verner (Frachtchefin Stena Line), Dr. Gernot Tesch

Anlässlich des parlamentarischen Frühstücks der ROSTOCK PORT GmbH in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft am Dienstag dieser Woche konnten die beiden Geschäftsführer, Dr. Gernot Tesch und Jens A. Scharner über 20 Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag begrüßen. Auch der Beauftragte der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann MdB, war unter den Gästen. Er betonte in seinem Grußwort die Bedeutung Rostocks als größten deutschen Ostseehafen. „Insbesondere bei den Zukunftsfragen sehe ich den Seehafen Rostock gut aufgestellt. Als Brückenkopf nach Skandinavien hat der Hafen eine wichtige Funktion im Wirtschaftsgefüge Deutschlands. In der breiten Aufstellung mit Abfertigungsmöglichkeiten des Warenverkehrs für alle Transportwege auf Wasser, Schiene und Straße ist der Rostocker Hafen ein bedeutender Standort - auch über die Region hinaus“, so Brackmann.

 

In seinem Vortrag zur Situation des Hafens legte Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch einen Fokus auf die Bahn-Hinterlandanbindung und eine dauerhaft verlässliche Zwei-Wege-Strategie im Bahnverkehr nach Skandinavien. Die Fährreederei Stena Line bedient mit den beiden größten Eisenbahnfähren der Welt die Strecke von Rostock ins schwedische Trelleborg. Mit über 1.000 m Gleisen an Bord können ganze Güterzüge übergesetzt werden. Vor dem Hintergrund des Mangels an Fahrern im Logistikbereich (sowohl LKW-Fahrer als auch Lokführer), muss diese Verbindung aus Sicht des Hafenchefs dringend erhalten bleiben. Der erhebliche Strecken- und Zeitvorteil für einen Bahntransport z.B. von Berlin direkt über Rostock nach Trelleborg, statt des langen Umwegs über Dänemark, müsse auch genutzt werden. „Wenn wir über ressourcensparende Logistik sprechen, liegt es auf der Hand, den kürzesten Weg über Rostock zu erhalten,“ so Dr. Tesch.

 

Katrin Verner, Frachtchefin der Reederei Stena Line, untermauerte diese Forderung und erinnerte daran, dass Ihre Reederei in einigen Jahren vor der Entscheidung steht, weiterhin Eisenbahnfähren auf der Route Rostock – Trelleborg einzusetzen.  „Die Kapazitäten sind da, derzeit werden aber nur rund 16 % davon genutzt. Das ist für eine Reederei auf Dauer unwirtschaftlich,“ so Katrin Verner.

Sie wies die anwesenden Bundestagsabgeordneten fast aller Fraktionen des Deutschen Bundestages darauf hin, dass im Jahre 1993 rund 200.000 Eisenbahnwagons auf der Route transportiert wurden und dass es aktuell nur etwa 20.000 sind. Stena Line setzt sich stark für Nachhaltigkeit ein, da sind konventionelle Eisenbahnverkehre und intermodale Hinterlandverkehre weitere Bausteine eines umfassenden Paketes.

 

Die Politiker nutzen reichlich die Gelegenheit zur Diskussion. Einig war man sich darin, gemeinsam mit der Deutschen Bahn Wege zu finden, wie ein höherer verlässlicher Anteil über die kürzere und effektivere Strecke über Rostock abgewickelt werden kann, um auch künftig wachsende Eisenbahnverkehre dauerhaft und zuverlässig abwickeln zu können.  Dazu gehört auch der Erhalt der Eisenbahninfrastruktur sowie die Anpassung der Gleisanlagen für die künftig längeren Güterzüge (740m), um die Systemvorteile der Bahn optimal nutzen zu können.

 

Die Hafenchefs und die Stena Line Frachtchefin zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung und der Diskussion. „Wir freuen uns, dass wir bei den Verkehrspolitikern mit unseren Themen auf offene Ohren gestoßen sind und sehen positiv den folgenden Fachgesprächen entgegen,“ so Dr. Gernot Tesch und Jens A. Scharner abschließend.