Hauptgutarten

Fähr- und RoRo-Güter als Wachstumstreiber im Rostocker Hafengeschäft.

Das Fährterminal verfügt über fünf Anleger. Der Liegeplatz 64 ist auch für die Abfertigung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet. Vom Fährterminal führt eine Hochstraße direkt zu den Autobahnen A19/ A20.

Mit den in unmittelbarer Nähe gelegenen RoRo-Terminal mit vier Liegeplätzen und dem Terminal für Kombinierten Ladungsverkehr bietet der Hafen sowohl für die Linien- als auch für die Trampschifffahrt beste Abfertigungsbedingungen.

Bei der rollenden Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, legte der Umschlag 2018 erneut zu. Insgesamt stieg die Menge um 600.000 Tonnen auf 16,9 Millionen Tonnen (+ 4 %).

 

Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug damit 66 Prozent.

Insbesondere die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten LKW-Einheiten nahm stark zu: von 383.373 im Jahr 2017 auf 406.223 im vergangenen Jahr. Das ist ein Plus von sechs Prozent. Ebenso, wenn auch geringfügig, stieg die Anzahl umgeschlagener Trailer: von 127.968 auf 128.877 im zurückliegenden Jahr.

Eine Steigerung um ebenfalls sechs Prozent auf 570.600 im Vergleich zu 2017 war auch bei der Anzahl der beförderten Pkw, Wohnmobile und Caravans zu verzeichnen. Die hohen Wachstumsraten im begleiteten Lkw- sowie im Pkw-Verkehr stellten auch 2018 die Höhepunkte der Umschlagsentwicklung im Überseehafen dar. Insbesondere die Performance des Dänemark- und Schweden-Verkehrs ist dabei hervorzuheben.

Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Nordeuropa erreichte einen neuen Bestwert von 2,55 Millionen Reisenden.

Die Anzahl der beförderten Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg nahm ebenfalls zu: von 14.564 auf 15.605 (+ 6,5 %).

Im Jahr 2018 wurden 900.500 Tonnen Papier und Zellulose im Überseehafen verladen und damit fast acht Prozent mehr als 2017. Der Löwenanteil am Papierumschlag wird durch UPM erbracht. Der finnische Papierkonzern hatte Anfang 2015 sein Papiergeschäft in der südlichen Ostsee auf Rostock konzentriert.

Kombinierter Ladungsverkehr

Das leistungsstarke Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter wurde bis März 2014 auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern ausgebaut und erstreckt sich auf etwa 70.000 Quadratmetern.

Insgesamt fünf Gleise werden durch zwei kurventaugliche Portalkräne bedient, jeder mit einem Gewicht von 500 Tonnen, einer Höhe von 35 Meter und einer Spannweite von 76,5 Meter. Der Hafenplatz Rostock ist damit für weitere Mengenentwicklungen bei der rollenden Ladung gerüstet.

 

Der Umschlag intermodaler Ladeeinheiten im Kombinierten Ladungsverkehr (KV) bewegte sich im Jahr 2018 auf dem Niveau des Vorjahres bei 80.000 Einheiten.

Derzeit verkehren wöchentlich 37 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (14), Cervignano (3) und Treviso (2) in Italien, von und nach Hamburg (3), Karlsruhe (3), Wuppertal (3) und Halle/Schkopau (2) sowie von und nach Brünn (6) in der Tschechischen Republik und Curtici (1) in Rumänien.

Rückläufige Zahlen im ersten Halbjahr 2018 sind insbesondere auf die Einstellung der Verbindung zwischen Rostock und Wels (Österreich) zum Jahreswechsel 2017/18 und auf die Reduzierung der Ruhrgebietsverbindung auf drei Abfahrten pro Woche zurückzuführen.

Umso erfreulicher ist es, dass im zweiten Halbjahr 2018 neue Intermodal-Verbindungen nach Norditalien und Südosteuropa eröffnet wurden. Initiator der beiden intermodalen Zugkonzepte mit drei wöchentlichen Rundläufen zwischen Rostock und Cervignano (Italien) und einer Abfahrt pro Woche nach Curtici (Rumänien) ist der österreichische Intermodal-Spezialist LKW WALTER. Ebenfalls konnte die Ganzzugverbindung der Kooperation von Stena Line, DEUCON und Pressnitztalbahn zu verschiedenen Destinationen in Mitteldeutschland kontinuierlich ausgebaut werden.

Mit den neuen intermodalen Verbindungen konnte ab Jahresmitte eine Trendumkehr eingeleitet und das Vorjahresniveau wieder erreicht werden. Im neuen Jahr sollen einzelne Zugprodukte eine Frequenzverdichtung erfahren und weitere Destinationen hinzukommen.

Schüttgüter

Für Schüttgüter stehen im Hafen insgesamt 420.000 Quadratmeter Freilager und 55.000 Quadratmeter gedeckte Lager zur Verfügung.

Neben dem Umschlag von Kohle gehören vor allem Baustoffe, Düngemittel und Getreide zu den bedeutendsten Schüttgütern im Rostocker Hafen.

Der Schüttgutumschlag lag im Jahr 2018 mit insgesamt 5,8 Millionen Tonnen 17 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere der Umschlag von Weizen, Gerste und Raps war stark rückläufig. Im Vergleich zu 2017 wurden hier rund 700.000 Tonnen weniger verschifft.

Kohle / Baustoffe

An den Liegeplätzen 23 und 24 können täglich bis zu 20.000 Tonnen Kohle gelöscht werden. Für das Entladen von Seekies, Kalkstein und Splitt (Liegeplatz 22) werden Brückenkrane benutzt. Zentrum ist ein Terminal für 240.000 Tonnen Steinkohle. Über Förderbänder wird sowohl die Versorgung des benachbarten 500-MW-Steinkohlekraftwerkes wie auch der übrigen Abnehmer garantiert. 

Am Liegeplatz 21 befinden sich neben einem Kran mit einer Stundenleistung bis zu 700 Tonnen eine Aufbereitungsanlage für Seekies.

Im Vergleich zu 2017 gab es 2018 Einbußen beim Umschlag von Zement (- 32%) und Kohle (- 30%). Bei Zement führte die starke Nachfrage der einheimischen Bauindustrie zu einem schrumpfenden Export, während beim Import von Kohle die monatelange Revision des Rostocker Steinkohlekraftwerks negativ zu Buche schlug.

Insgesamt entwickelte sich der Baustoffumschlag aber positiv.

Düngemittel

Der Düngemittelkai (Liegeplatz 12) ist ausgerüstet mit einem Schiffsbelader (Stundenleistung von 1.000 Tonnen), einer Waggonentladestation und Lagerhallen mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen sind durch ein 700 Meter langes Förderbandsystem mit dem Schiffsbelader verbunden. Hauptumschlagsgut ist Kalkammonsalpeter (KAS), das im nahegelegenen Düngemittelwerk produziert wird.

Planmäßige Wartungsarbeiten im Rostocker Düngemittelwerk ließen die Ausfuhr von Düngemitteln 2018 zurückgehen. Die Einbußen beim Umschlag von Düngemittel betrugen sieben Prozent.

Getreide

656.000 Tonnen fassende Getreidesilos und Anlagen zur Be- und Entladung von Schiffen, Lkw und Waggons sichern eine fachgerechte Behandlung der Ware und ihren schnellen Umschlag. Für den Export von Getreide stehen drei Schiffsbelader mit Stundenleistungen bis zu 1.200 Tonnen bereit. Das Löschen der Schiffe erfolgt über zwei Entlader, die bis zu 350 bzw. 600 Tonnen pro Stunde leisten. Ein Förderband-Verbundsystem sichert einen reibungslosen Getreideumschlag von den Siloanlagen bis in die Schiffe.

Insbesondere der Umschlag von Weizen, Gerste und Raps war 2018 stark rückläufig. Im Vergleich zu 2017 wurden hier rund 700.000 Tonnen weniger verschifft. Mit einem Jahresergebnis von etwa 2,3 Millionen Tonnen bleibt der Getreideumschlag trotz Rückgänge beim Weizen- und Gerste-Export die Hauptschüttgutart im Überseehafen.

Unmittelbar am Getreidehafen arbeitet eine der modernsten Mälzereien Europas. Ein eigenes Silo mit 10.000 Tonnen Fassungsvermögen und der Verbund mit der Siloanlage des Hafens garantieren eine schnelle Annahme der Braugerste und eine ebenso zügige Auslieferung.

Mit einer Leistung von 1.600 Tonnen verarbeitete Rapssaat pro Tag nahm im August 2006 die größte Ölmühle Deutschlands ihre Produktion auf. Die Investitionskosten betrugen rund 14 Millionen Euro. Zur Ölmühle gehören die Extraktionsanlage, Saatlager, Saataufbereitung, ein Produktlager und eine Serviceabteilung.

Stückgut / Schwergut

Stückgut

Pier II ist das Herz des Stückgutumschlags. Hier gehen vorwiegend Metalle, Forstprodukte und Projektladungen über die Kaikanten. Geprägt wird das Bild von Pier II vor allem durch den Umschlag von Windkraftanlagen.

Krananlagen mit einer Tragkraft von bis zu 100 Tonnen sorgen für den schnellen Umschlag von Gütern. Ab Mitte 2019 können hier durch den Einsatz von zwei neuen Hafenmobilkränen im Tandem Güter von bis zu knapp 300 Tonnen verladen werden. Des Weiteren stehen am Liegeplatz 16 drei Kräne zum Be- und Entladen bereit, die wahlweise mit Haken oder Greifern ausgerüstet werden können. Hier werden unter anderem auch Bleche und Rohre für die EEW Special Pipe Construction GmbH umgeschlagen.

Drei solide Kaihallen von je 360 Meter Länge, die über einen land- und wasserseitigen Gleis- und Straßenanschluss verfügen, werden für den Umschlag und die Lagerung genutzt. Insgesamt stehen im Seehafen Rostock 600.000 Quadratmeter Freiflächen sowie 120.000 Quadratmeter gedeckte Lager für Stückgüter zur Verfügung.

Ein Rückgang binnen Jahresfrist um 60.000 Tonnen auf 580.000 Tonnen (- 8%) war 2018 beim Umschlag von Stückgütern zu verzeichnen. Während vor allem die Verladung von Rohren zulegte und auch die Bilanz bei Zink, Windkraftanlagen und Zellulose über dem Vorjahresniveau lag, wurden weniger Rotorblätter, Krananlagen und Bleche über die Kaikanten gehievt.

Schwergut

Der Hafen verfügt mit den Liegeplätzen 10, 25 und 15 über drei Liegeplätze für den Umschlag besonders großer und schwerer Güter. Im Bereich des Liegeplatzes 15 werden die Schwerlastflächen durch die ROSTOCK PORT GmbH weiter ertüchtigt. Hier entsteht ein spezieller Kai mit schwerlastfähiger Schienenfahrbahn für einen Kran der Firma Liebherr mit einer Hubleistung von bis zu 1.600 Tonnen, der Mitte des Jahres in Betrieb gehen wird. Damit verbessern sich die Möglichkeiten für den Umschlag extrem schwerer Projektladungen, aber auch die Attraktivität des Standortes für weitere Ansiedlungen von Unternehmen für die Produktion und Montage von Schwergütern.

Flüssiggüter

Der Ölhafen verfügt über ein Tanklager mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Kubikmetern, das für die Lagerung und für den Umschlag von Mineralölen wie Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffen vorgesehen ist. Daneben werden auch Erdöl, Flüssigdünger und andere Flüssigprodukte umgeschlagen.

Der Ölhafen bietet Liegeplätze für sechs Tanker bis zu 100.000 tdw, bei einer Umschlagleistung von bis zu 6.000 Tonnen pro Stunde. Der Umschlag erfolgt auch per Kesselwagen, über zwei Pipelines (Schwedt, Böhlen) oder per Tankkraftwagen. 

Betreiber ist die Großtanklager Ölhafen Rostock GmbH. Sie ist ein neutraler Dienstleister für alle Mineralölfirmen, die über Rostock umschlagen.

Der Ölhafen ist auch Standort einer Biodieselanlage mit einer Jahreskapazität von 150.000 Tonnen Biodiesel und 18.000 Tonnen Glycerin.

Der Umschlag von Flüssiggütern lag mit 2,3 Millionen Tonnen etwa 400.000 Tonnen unter dem Vorjahresniveau. Die Rückgänge resultierten hauptsächlich aus Ladungsverlusten beim Import von Naphtha. Diese waren bedingt durch Wartungsarbeiten am Standort des Chemieunternehmens DOW im sächsischen Böhlen. Im Jahr 2018 wurde in Rostock mehr Ethanol umgeschlagen, aber weniger Heizöl, Gasöl/Dieselkraftstoff und Benzin.