Logistik & Branchen

Der Überseehafen Rostock ist ein leistungsfähiger Universalhafen und ein wichtiger Knotenpunkt für Warenströme zwischen Nord- und Kontinentaleuropa. Hier treffen Seewege, Schiene und Straße aufeinander und verbinden unterschiedlichste Güter, Märkte und Logistikketten.

Mit seiner vielseitigen Infrastruktur bietet der Hafen beste Voraussetzungen für den Umschlag, die Lagerung und die Weiterverteilung unterschiedlichster Güter. Vom Fähr- und RoRo-Verkehr über den Kombinierten Ladungsverkehr bis hin zu Schüttgütern, Stückgut, Schwergut, Containern und Flüssiggütern reicht das Leistungsspektrum des Standortes.

Im Jahr 2025 wurden im Überseehafen Rostock 31,3 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen – ein neuer Umschlagrekord und bereits das dritte Jahr in Folge mit mehr als 30 Millionen Tonnen. Die Zahlen zeigen die Bedeutung der etablierten Verkehrskorridore und Logistikketten und stehen zugleich für die Leistungsfähigkeit des gesamten Rostocker Hafenclusters.


Daten & Fakten zu Hauptgutarten

Die unterschiedlichen Gutarten stellen jeweils eigene Anforderungen an Umschlag, Lagerung und Weitertransport. Dafür stehen im Überseehafen Rostock spezialisierte Anlagen, leistungsfähige Umschlagtechnik und umfangreiche Flächen zur Verfügung.

Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Hauptgutarten im Überseehafen Rostock und ihre Bedeutung für den Standort.

Luftaufnahme des Rostocker Fährhafens mit einer Scandlines Hybridfähre mit Rotorsegel im Vordergrund und weiteren Schiffen am Pier.
Luftaufnahme des Rostocker Fährhafens mit einer Scandlines Hybridfähre mit Rotorsegel im Vordergrund und weiteren Schiffen am Pier.

Fähr- und RoRo-Güter

Fähr- und RoRo-Terminal verfügen zusammen über elf Anleger. Der Liegeplatz 64 ist auch für die Abfertigung von Eisenbahnwaggons ausgerüstet. 

Vom Fährterminal führt eine Hochstraße direkt zu den Autobahnen A19/ A20 und mit den in unmittelbarer Nähe gelegenen RoRo-Terminal mit vier Liegeplätzen sowie dem Terminal für Kombinierten Ladungsverkehr bietet der Hafen sowohl für die Linien- als auch für die Trampschifffahrt beste Abfertigungsbedingungen.

Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug im Jahr 2025 54 Prozent. Er ist ein Indikator für das ausgewogene Geschäftsmodell und damit die Leistungsfähigkeit des Universalhafens.

Kombinierter Ladungsverkehr

Das leistungsstarke Umschlagterminal für Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter erstreckt sich auf etwa 80.000 Quadratmetern.

Insgesamt fünf Gleise werden durch zwei kurventaugliche Portalkräne bedient, jeder mit einem Gewicht von 500 Tonnen, einer Höhe von 35 Meter und einer Spannweite von 76,5 Meter. 

Durch Flächenumgestaltungen im Gleisbereich existiert eine zusätzliche Möglichkeit für die Abfertigung von Zügen mit bis 740 Meter Länge. 

Zahlreichen Kundennachfragen zeigen ein gesteigertes Interesse an umweltfreundlichen Transportketten und das Potential der intermodalen Zugverkehre über den Hafenstandort Rostock. Um diesem Bedarf auch zukünftig gerecht zu werden, leistet der Ausbau weiterer Intermodal-Kapazitäten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Fähr- und RoRo-Netzwerkes. Gleichzeitig wird damit auch eine CO2-Reduzierung der über den Hafen Rostock laufenden Verkehre erreicht.

Der große Vorteil Rostocks sind verfügbare Gleiskapazitäten im Hafen, die auch kurzfristig die flexible Erschließung zusätzlicher Umschlagkapazitäten ermöglichen.

Mit dem alljährlichen großen Fahrplanwechsel verkehren wöchentlich 49 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (19) und Padua (8) in Italien, Bratislava (5) in der Slowakei, Oradea (2) in Rumänien sowie Karlsruhe (3), Dresden (5), Herne (6) und Halle (1) in Deutschland. Zudem werden weitere Abfahrtsverdichtungen auf einzelnen Verbindungen im ersten Halbjahr erwartet.

weitere Informationen unter https://intermodal-rostock.de

 

Schüttgüter

An den Liegeplätzen 23 und 24 können täglich bis zu 20.000 Tonnen Kohle gelöscht werden. 

Für das Entladen von Seekies, Kalkstein, Splitt und Torf (Liegeplatz 22) werden Brückenkrane benutzt. Zentrum von Pier III ist eine Lagerfläche für 300.000 Tonnen Steinkohle. Über Förderbänder wird die Versorgung des benachbarten 500-MW-Steinkohle-Kraftwerkes garantiert. Am Liegeplatz 21 befinden sich eine Aufbereitungsanlage für Seekies und Lagerflächen für Baustoffe, Agrarprodukte, Dünger und andere Schüttgüter. Der Umschlag erfolgt mit einem Hafenmobilkran mit einer Hubleistung von bis zu 84 Tonnen.

Für Schüttgüter stehen im Hafen insgesamt 420.000 Quadratmeter Freilager und 55.000 Quadratmeter gedeckte Lager zur Verfügung.

Neben dem Umschlag von Kohle gehören vor allem Baustoffe, Düngemittel und Getreide zu den bedeutendsten Schüttgütern im Rostocker Hafen.

Stückgut, Schwergut & Container

Stückgut

Pier II ist das Herz des Stückgutumschlags. Hier gehen vorwiegend Metalle, Forstprodukte und Projektladungen aber auch Container über die Kaikanten. Geprägt wird das Bild von Pier II vor allem durch den Umschlag von Windkraftanlagen.

Krananlagen mit einer Tragkraft von bis zu 100 Tonnen sorgen für den schnellen Umschlag von Gütern. Mit zwei Hafenmobilkränen können im Tandem Güter von bis zu knapp 300 Tonnen verladen werden. Des Weiteren stehen am Liegeplatz 16 zwei Kräne zum Be- und Entladen bereit, die wahlweise mit Haken oder Greifern ausgerüstet werden können. Hier werden unter anderem auch Bleche und Rohre für die EEW Special Pipe Construction GmbH umgeschlagen.

Drei solide Kaihallen von je 360 Meter Länge, die über einen land- und wasserseitigen Gleis- und Straßenanschluss verfügen, werden für den Umschlag und die Lagerung genutzt. Insgesamt stehen im Seehafen Rostock 600.000 Quadratmeter Freiflächen sowie 120.000 Quadratmeter gedeckte Lager für Stückgüter zur Verfügung.

 

Schwergut

Der Hafen verfügt mit den Liegeplätzen 10, 15 und 25 über drei Liegeplätze für den Umschlag besonders großer und schwerer Güter. Im Bereich des Liegeplatzes 15 wurden die Schwerlastflächen durch die ROSTOCK PORT GmbH weiter ertüchtigt. Hier befindet sichein spezieller Kai mit schwerlastfähiger Schienenfahrbahn für einen Kran der Firma Liebherr mit einer Hubleistung von bis zu 1.600 Tonnen. Damit ergeben sich Möglichkeiten für den Umschlag extrem schwerer Projektladungen, die aber auch die Attraktivität des Standortes für weitere Ansiedlungen von Unternehmen für die Produktion und Montage von Schwergütern erhöhen.

 

Container

Auch Container können im Überseehafen Rostock an mehreren Terminals umgeschlagen werden. Am General Cargo Terminal des Umschlagsunternehmens Euroports Germany werden Container mit Hilfe der Hafenmobilkrane verladen. Zusätzlich können die Einheiten über das engmaschige Intermodal-Netzwerk mit mehr als 40 wöchentlichen Zugverbindungen sowie den dicht getakteten Fähr- und RoRo-Verbindungen nach Dänemark, Schweden und Finnland mit bis zu 20 Abfahrten pro Tag transportiert werden.

Der Überseehafen Rostock fungiert damit nicht nur als Umschlagspunkt, sondern auch als Sammel- und Verteilzentrum. Dazu werden am Standort Dienstleistungen zum Packen und Umladen von Containern und zur Zollabfertigung angeboten. Zusätzlich betreiben Partner direkt im Hafen ein Container-Depot, um flexibel auf die Nachfrage reagieren zu können. Damit fungiert der Überseehafen Rostock als idealer Verkehrsknoten zum Sammeln und Verteilen von Containern nach Nord- und Kontinentaleuropa.

Flüssiggüter

Der Ölhafen verfügt über ein Tanklager mit einem Fassungsvermögen von 700.000 Kubikmetern, das für die Lagerung und für den Umschlag von Mineralölen wie Heizöl, Diesel und Ottokraftstoffen vorgesehen ist. Daneben werden auch Erdöl, Flüssigdünger und andere Flüssigprodukte umgeschlagen.

Er bietet Liegeplätze für sechs Tanker bis zu 100.000 tdw, bei einer Umschlagleistung von bis zu 6.000 Tonnen pro Stunde. Der Umschlag erfolgt auch per Kesselwagen, über zwei Pipelines (Schwedt, Böhlen) oder per Tankkraftwagen. 

Betreiber ist die Grosstanklager Ölhafen Rostock GmbH, eine Tochterunternehmen der Euroports Germany GmbH. Sie ist Dienstleister für alle Mineralölfirmen, die über Rostock umschlagen.

Der Ölhafen ist auch Standort einer Biodieselanlage mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen Biodiesel und ca. 25.000 Tonnen Rohglycerin in Futtermittel-Qualität.