ROSTOCK PORT - Hafenentwicklung 5: Umweltbelange
Maritime Gewerbegebiete wie der Überseehafen sind geprägt durch die unmittelbare Nähe zum Wasser. Einem besonders sensiblen und schützenswerten Lebensraum für Flora und Fauna.
Vor über 60 Jahren war der Bau des heute größten deutschen Universalhafens an der Ostsee verbunden mit einem bedeutenden Eingriff in das natürliche Umfeld an der Warnow. Nutzungsbedingt wurden der hafenrelevante Uferbereich und das Hafengelände befestigt und bebaut.
Die Nutzung der Wachstumspotenziale des Überseehafens in der Zukunft erfordert es, das Hafengebiet um zusätzliche Flächen zu erweitern. Gegenwärtig werden dafür mit der Aufstellung eines neuen Raumentwicklungsplanes die planungsrechtlichen Grundlagen auf Regionalebene geschaffen.
Für den Überseehafen sind Erweiterungsflächen von bis zu 360 Hektar vorgesehen, die zeitnah auch auf kommunaler Ebene eingeordnet werden müssen. Welche Flächen für die gewerbliche Nutzung infrage kommen können, unterliegt einer besonders gründlichen Umweltprüfung. Denn aufgrund des begrenzten hafennahen Einzugsgebietes zum schiffbaren Wasser sind auch schützenswerte Räume zu betrachten, die unter gewöhnlichen Umständen für eine Überplanung ausgeschlossen wären.
Im Prüfungsprozess soll festgestellt werden, auf welche Weise die wirtschaftliche Nutzung der Erweiterungsflächen mit der Schonung und dem Schutz der Umwelt vereinbart werden kann und welche Belange Vorrang haben sollen.
Dr. Dagmar Koziolek, Leiterin Amt für Umwelt und Klimaschutz der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sagt: „Zu jeder Raumordnungsplanung gehört auch eine Umweltprüfung. In der Umweltprüfung werden die Umweltauswirkungen der Planung ermittelt, beschrieben und bewertet. Und immer dort, wenn es gravierende Umweltprobleme gibt, reagiert die Raumordnung und das haben wir auch an einem praktischen Beispiel erlebt. Nach dem ersten Entwurf sind Bereiche des Pelzer Baches und auch der Oldendorfer Tannen aus dem Erweiterungsgebiet herausgenommen worden, um sie eben zu schützen und insofern ist die Planung dadurch umweltverträglicher geworden.“
Umweltbelange sind ein fester Bestandteil der betrieblichen Abläufe im Überseehafen. Neben der Reduzierung von Schadstoffemissionen, etwa durch den Kombiverkehr von Straße und Schiene, investiert die Rostock Port GmbH in verschiedene Öko-Ausgleichsmaßnahmen. So flossen unter anderem drei Millionen Euro in die Aufwertung des Dietrichshäger Moores nahe Warnemünde. Das Naturareal präsentiert sich heute in breiter ökologischer Vielfalt.


