Häfen, die stolz auf ihre Leistungen sind

Häfen, die stolz auf ihre Leistungen sind

Branchenverband der Seehafenverkehrswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern besteht seit 30 Jahren

Am 30. August 1990, zehn Monate nach der friedlichen Revolution in der damaligen DDR und knapp einen Monat vor der Wiedervereinigung Deutschlands wurde eine Organisation ins Leben gerufen, die den Weg der ostdeutschen Häfen bis in die heutigen Tage maßgeblich bestimmt hat: der Landesverband Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LHMV) mit Sitz in Rostock.

Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte noch als „Landesverband der Seehafenbetriebe Mecklenburg-Vorpommern e.V.“. Der Verband war somit seiner Zeit einen Schritt voraus, denn das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern als Teil-Namensgeber wurde erst am 3. Oktober 1990 wieder gegründet. Den Übergang der Seehäfen der ehemaligen DDR von einem planwirtschaftlich organisierten System des Außenhandels und der dirigistischen Steuerung der Ladungsströme hin zu leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Logistikzentren hat der LHMV im Nordosten seit seinem Bestehen bereits 30 Jahre lang sehr erfolgreich begleitet. Der Verband, dem heute zwölf Hafenstandorte, Umschlagbetriebe und maritime Dienstleistungsunternehmen angehören, versteht sich als Sprachrohr und Interessenvertretung der Hafenwirtschaft von Wismar im Westen des Landes bis nach Ueckermünde nahe der Grenze zum Nachbarland Polen. 1990 begann wie für die ostdeutsche Wirtschaft insgesamt auch für die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess.

Im Vordergrund standen die Umstellung auf eine marktwirtschaftlich ausgerichtete, an Wettbewerb und Kosten orientierte Seeverkehrswirtschaft, die Neuordnung der Hafeninfra- und –suprastruktur sowie die Anpassung und der Ausbau der See- und Hinterlandanbindungen. Bis heute sind wesentliche Teile dieser Umstrukturierung von Infrastruktur und Hafengeschäft erfolgreich umgesetzt worden. Die seewärtigen Zufahrten in Wismar, Rostock, Stralsund und Wolgast wurden in den letzten Jahren vertieft und verbreitert, in den neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 sind die weitere Seekanalanpassung in Rostock und die Vertiefung der Zufahrt zum Hafen Wismar aufgenommen worden, um den künftigen Anforderungen der Massengutschifffahrt gerecht werden zu können.

Mecklenburg-Vorpommern hat heute leistungsfähige Häfen mit exzellenten seewärtigen und landseitigen Verkehrsanbindungen, die es gilt als Lebensadern der multimodalen maritimen Logistik- und Gewerbezentren, als die sich die Hafenstandorte heute verstehen, zu erhalten und zu entwickeln. Das Netz der Bundesfernstraßen wurde in den zurückliegenden drei Jahrzehnten umfassend saniert und erweitert. Wichtigstes Straßenprojekt war der Bau der Küstenautobahn A 20, über die alle Seehäfen direkt an das westeuropäische Fernstraßennetz angeschlossen sind. Dieses Vorhaben gehörte von Anfang zu den 17 Verkehrsprojekten Deutsche Einheit (VDE), die durch den Bund auf den Weg gebracht wurden. Es ging dabei vor allem darum, die Folgen der Teilung Deutschlands auch auf die Verkehrsinfrastruktur rückgängig zu machen. Es ging um den Lückenschluss ebenso wie um den vollständigen Neubau von Verkehrswegen, und zwar für alle Modalitäten. Begleitet wurden die VDE durch ein besonderes Gesetz: das Bundesverkehrswegebeschleunigungsgesetz.

Wie der Name es bereits andeutet, konnte auf diese Weise eine beschleunigte Umsetzung der Vorhaben für Straße, Schiene und Binnenwasserstraße erzielt werden. In Berlin war man davon überzeugt: Eine leistungsstarke Infrastruktur ist die Voraussetzung dafür, dass sich Wirtschaftsunternehmen vernünftig entwickeln können. Die Bundesautobahn A 19 (Rostock-Berlin) und die Ostseeautobahn A 20 sind heute die leistungsfähigen Verbindungen des Straßenverkehrs zu den Häfen Mecklenburg-Vorpommerns und von dort in die Ostseeregion. Sie werden mit der Fertigstellung der Autobahn A 14 um eine bedeutende Nord-Süd-Verbindung ergänzt. Die eisenbahnseitigen Anbindungen an das gesamte europäische Netz und der direkte Zugang zu den Kernnetzen in Nord-Süd-Richtung haben die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern auch wieder zu klassischen „Eisenbahn-Häfen“ werden lassen, in denen der bahngebundene Vor- und Nachlauf einen entscheidenden Anteil hat. Bereits zu DDR-Zeiten spielte der Verkehrsträger Schiene im Seehafen-Hinterland-Verkehr eine herausragende Rolle. Das alles führte zum Wiedererstarken der Hafenwirtschaft im Nordosten Deutschlands. Mit gesundem Selbstbewusstsein und Stolz auf den zurückgelegten, nicht immer einfachen Weg der letzten 30 Jahre stellen sich die Häfen Mecklenburg-Vorpommerns dem Wettbewerb. Für das Jahr 2019 blicken die Mitglieder des Landesverbandes Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LHMV) auf eine erfolgreiche Umschlagbilanz in Höhe von 38,4 Millionen Tonnen Gütern zurück.

Mit Rostock gehört nicht nur der bedeutendste Universalhafen an der deutschen Ostseeküste zu den Mitgliedern des LHMV, die Gruppe der Häfen in Mecklenburg-Vorpommern ist zugleich auch die leistungs- und umschlagstärkste an Deutschlands Ostseeküste. Geleitet wird der Verband ehrenamtlich durch einen vierköpfigen Vorstand, der im Rhythmus von drei Jahren neu gewählt wird. Seit Dezember 2019 bilden Vertreter aus den Häfen Rostock, Wismar und Stralsund den Vorstand, den Vorsitz dieses Gremiums hat derzeit der Vertreter des Seehafens Stralsund.

Der LHMV ist als Verband korporatives Mitglied im Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V. (ZDS), der die gesamtdeutschen Hafeninteressen auf Bundesebene und in Brüssel vertritt. Zu den Hauptaktivitäten des Verbandes gehört neben der engen Zusammenarbeit mit den politischen Vertretern und Entscheidungsträgern in Land und Bund die gemeinschaftliche erfolgreiche Vermarktung der Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns auf internationalen und nationalen Leitmessen der Hafen- und Logistikbranche. Und die Entwicklung der vergangenen Jahre ist positiv.

Sören Jurrat
LHMV-Vorsitzender