Taufe des Neubaus SCHARHÖRN: Hightech-Schiff für maritime Sicherheit

Taufe des Neubaus SCHARHÖRN: Hightech-Schiff für maritime Sicherheit

Mit der feierlichen Taufe des neuen Mehrzweckschiffs SCHARHÖRN stellt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) eines der modernsten Einsatzschiffe Europas in Dienst. Der Neubau ist Teil einer neuen Generation von Mehrzweckschiffen und wird künftig eine zentrale Rolle in der maritimen Notfallvorsorge auf Nord- und Ostsee übernehmen.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder:
„Mit der neuen SCHARHÖRN investieren wir gezielt in die Sicherheit unserer Küsten und den Schutz unserer Meere. Moderne Einsatzschiffe wie dieses sind unverzichtbar, um auf Havarien schnell, wirksam und umweltgerecht reagieren zu können. Gleichzeitig stärken wir damit den maritimen Standort Deutschland und setzen ein klares Zeichen für Innovation und Nachhaltigkeit.“ 

Gebaut wurde die SCHARHÖRN von der deutschen Traditionswerft Abeking & Rasmussen in Lemwerder. Der Neubau steht damit nicht nur für modernste Schiffstechnologie, sondern auch für die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit des deutschen Spezialschiffbaus. Präsidentin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Anke Leue:
"Wir stellen mit der SCHARHÖRN ein hochmodernes Mehrzweckschiff in Dienst, das unsere Fähigkeiten in der maritimen Notfallvorsorge entscheidend stärkt. Die Besatzung kann sich auf ein leistungsstarkes, vielseitiges und technisch hervorragend ausgestattetes Schiff verlassen, das sie bestmöglich bei ihren anspruchsvollen Einsätzen unterstützt. Mit der hochmodernen Sonaranlage könnte man ‚eine Münze am Meeresgrund finden‘ und die Maschinensteuerung ist im digitalen Bereich state-of-the-art. Mein herzlicher Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen, allen Beteiligten sowie der Werft, die dieses anspruchsvolle Projekt mit großem Engagement und Zusammenarbeit realisiert haben. "

Mehrzweckschiffe der neuen Generation

Die SCHARHÖRN ist das erste von drei baugleichen Schiffen der neuen Generation, mit der der Bund seine Flotte für die maritime Notfallvorsorge schrittweise über die nächsten Jahre ersetzt. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit bei komplexen Schadenslagen auf See deutlich zu erhöhen und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz gerecht zu werden.

Technisch setzt der Neubau neue Maßstäbe in mehrfacher Hinsicht: Mit einer Länge von rund 105 Metern und einer Antriebsleistung von etwa 13 Megawatt verfügt die SCHARHÖRN über eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit als ihre Vorgänger. Der LNG-basierte Antrieb ermöglicht einen besonders emissionsarmen Betrieb und ist bereits für alternative, klimafreundliche Kraftstoffe wie synthetisches Methan ausgelegt. Die Motoren sind für den Gasschutzbetrieb zugelassen, so dass das Schiff auch in explosiver Atmosphäre operieren kann.

Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee Stefan Grammann:
„Die neue Generation der Mehrzweckschiffe ist konsequent auf die maritime Notfallvorsorge ausgerichtet. Die hohe Schleppleistung der SCHARHÖRN sowie leistungsfähige Brandbekämpfungssysteme und erweiterte Kapazitäten zur Schadstoffaufnahme sind für uns als Betreiber entscheidend. Damit können wir auch unter schwierigen Bedingungen in der Einsatzpraxis schnell und ge zielt eingreifen.“

Technik der Schiffe

Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen zählen leistungsstarke Feuerlöschsysteme zur Bekämpfung von Schiffsbränden, umfangreiche Einrichtungen zur Aufnahme von Schadstoffen, spezielle Lade- und Tanksysteme für gefährliche Flüssigkeiten sowie ein Labor zur Probenanalyse. Ergänzt wird dies durch moderne Notschleppeinrichtungen mit hoher Zugkraft, die das Sichern havarierter Schiffe ermöglichen.

Erstmals verfügen die Mehrzweckschiffe des Bundes über ein Hubschrauberlandedeck. Ein medizinischer Versorgungsraum innerhalb der Zitadelle, einem durch Überdruck geschützten Bereich für Einsätze in gefährlicher Atmosphäre, erweitert das Einsatzspektrum zusätzlich. Damit ist die SCHARHÖRN optimal für komplexe und gefährliche Einsatzlagen auf See gerüstet.

Matthias Hellmann CEO Abeking & Rasmussen:
"Diese komplexen Neubauten stellen eine herausragende Ingenieursleistung dar und demonstrieren eindrucksvoll das Potenzial des Industriestandorts Deutschland. Für die ausgesprochen gute
Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden möchte ich mich im Namen de s gesamten Werftteams herzlich bedanken."

Die Indienststellung des Neubaus stärkt die Fähigkeiten der Küstenwache erheblich und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Menschen, Umwelt und maritimer Infrastruktur.

Die neue SCHARHÖRN wird gemeinsam mit den weiteren Neubauten die maritime Sicherheitsarchitektur Deutschlands nachhaltig stärken. Das vorherige Mehrzweckschiff SCHARHÖRN wurde zwischenzeitlich außer Dienst gestellt und veräußert.

Über die Mehrzweckschiffe des Bundes 

Die Mehrzweckschiffe der WSV sind zentrale Einsatzmittel der maritimen Notfallvorsorge. Sie vereinen verschiedene Funktionen in einem Schiff, darunter Brandbekämpfung,  Ölunfallbekämpfung, Notschleppen und logistische Unterstützung. Zusammen mit dem Havariekommando ermöglichen sie so ein schnelles und effektives Eingreifen bei Havarien auf Nord- und Ostsee.

Weitere Informationen unter: https://www.wsv.de/mehrzweckschiffe

PM zum Download: als PDF

Foto v.l.n.r.: Taufpatin Christel Janssen, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, GDWS Präsidentin Anke Leue, A&R CEO Matthias Hellmann, WSA Ostsee Leiter Stefan Grammann

Über die GDWS:
Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) ist die zentrale mittelbehördliche Steuerungsinstanz der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV). In den Regionen sorgen 17 Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter dafür, dass die Bundeswas-
serstraßen betrieben und instandgehalten werden. Ergänzend dazu widmen sich acht Neubauämter der WSV vor allem dem Ersatz und Ausbau wichtiger Anlagen. Die WSV ist eine der größten zivilen technischen Behörden des Bundes. Die rund 12.500 Beschäftigten sorgen an den rund 7.300 km Binnenwasserstraßen und auf einer Fläche von 23.000 km² Seewasserstraßen für einen reibungslos fließenden und sicheren Schiffsverkehr. Dazu zählen etwa 300 Schleusen- und Wehranlagen, über 1.000 Straßen- und Bahnbrücken über Bundeswasserstraßen, 41 Kanalbrücken, fünf Sturmflutsperrwerke, drei Schiffshebewerke und zwei Talsperren.