Überseehafen Rostock im ersten Halbjahr mit erneutem Rekordergebnis

Überseehafen Rostock im ersten Halbjahr mit erneutem Rekordergebnis

In der Hafenstadt an der Warnow gingen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 16,73 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. „Davon wurden 15,9 Millionen Tonnen im Überseehafen umgeschlagen, so viel wie nie zuvor in den ersten sechs Monaten eines Jahres. Das sind 100.000 Tonnen mehr als im bisherigen Rekordhalbjahr 2023. Die Umschlagergebnisse des Überseehafens Rostock befinden sich seit mittlerweile vier Jahren auf Rekordniveau. Die Einzelergebnisse der Hauptgutarten fallen im ersten Halbjahr 2026 jedoch unterschiedlich aus: Während der Umschlag von Flüssig- und Stückgütern leicht abnahm, gab es Zuwächse bei den Schütt- sowie Fähr- und RoRo-Gütern. Auch der Fährpassagierverkehr von und nach Nordeuropa erreichte wieder ein hohes Niveau“, sagt Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer von ROSTOCK PORT.

Rund 830.000 Tonnen (plus 30.000 Tonnen) wurden laut Hafen- und Seemannsamt in den weiteren Rostocker Hafenanlagen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen Yara verladen.

Die Zahl der über Rostock beförderten Fährpassagiere erreichte mit 1,01 Millionen fast das Vorjahresniveau.

ROSTOCK PORT-Geschäftsführer Jens Scharner betont: „Alle Rostocker Hafenunternehmen und -behörden, insbesondere die hier operierenden Reedereien, Umschlagunternehmen, Speditionen und Eisenbahngesellschaften haben in ihrem Zusammenspiel dafür gesorgt, dass der Überseehafen Rostock in seiner Universalität erneut seine enorme Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte.“

Überseehafen Rostock

Von den insgesamt 15,9 Millionen Tonnen umgeschlagener Güter von Januar bis Juni entfielen 8,8 Millionen auf das Fähr- und RoRo-Terminal. Das sind bemerkenswerte rund 400.000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Fähr- und RoRo-Güter am Halbjahresergebnis im Universalhafen Rostock betrug damit 55 Prozent. Der Umschlag von Massen- und Stückgütern belief sich auf 7,1 Millionen Tonnen.

Der Rostocker Überseehafen verzeichnete 3.547 Schiffsanläufe (2025: 3.712) in den ersten sechs Monaten des Jahres, davon 2.800 Anläufe (2025: 2.878) von Fähr- und RoRo-Schiffen.

Rollende Ladung

Auf den drei Fähr- sowie drei RoRo-Verbindungen von und nach Dänemark, Schweden und Finnland wurden 206.400 Lkw (begleitete Einheiten) transportiert – 10.300 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umschlag von unbegleiteten Einheiten nahm ebenfalls zu: 74.000 Trailer bzw. sonstige Ladungsträger rollten über die Kaikanten (plus fünf Prozent). Im ersten Halbjahr 2026 wurden zudem 10.300 Eisenbahnwaggons (minus fünf Prozent) und mehr als 58.000 Neuwagen (minus 17 Prozent) über Rostock transportiert.

Kombinierter Verkehr (KV) mit schwierigem Jahresstart

Der Transport intermodaler Einheiten gestaltete sich zu Jahresbeginn aufgrund winterbedingter Zugausfälle schwierig, nahm jedoch die folgenden Monate wieder Fahrt auf.

Der Terminalbetreiber Rostock Trimodal (RTM) bewegte in den ersten sechs Monaten etwa 55.000 Ladeeinheiten (minus drei Prozent zum Vorjahr). Es wird ein stabiles Jahresendergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Allerdings werden die noch bis Mitte der 2030er Jahre anhaltenden Streckensperrrungen im Zuge der deutschlandweiten Korridorsanierungen der DB InfraGO weiter verkehrsmindernd wirken.

Wöchentlich verkehren wöchentlich 44 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (19) und Padua (6) in Italien, Bratislava (5) in der Slowakei, Oradea (2) in Rumänien sowie Karlsruhe (3), Dresden (5), Herne (3) und Halle (1) in Deutschland.

Massen- und Stückgüter

Einen leichten Rückgang gab es beim Umschlag von Flüssiggütern. Bis Ende Juni wurden 3,8 Millionen Tonnen über die Kaikanten gepumpt und damit 180.000 Tonnen weniger als im Vorhalbjahr. Die Rohölimporte für PCK Schwedt beliefen sich auf knapp drei Millionen Tonnen. Es wurde mehr Biodiesel, Heizöl und Rapsöl, aber weniger Benzin, Gasöl und Methanol umgeschlagen.

Der Umschlag von Schüttgütern lag mit 2,9 Millionen Tonnen etwa 140.000 Tonnen über dem Halbjahresergebnis von 2025. Den größten Anteil am Schüttgutumschlag hatte erneut der Umschlag von Getreide mit 1,2 Millionen Tonnen, auch wenn dieser etwa 200.000 Tonnen unter dem Vorjahr lag. Größere Zuwächse gab es mit plus 130.000 Tonnen vor allem beim Umschlag von Splitt und mit jeweils plus 90.000 Tonnen von Raps und Eisenerz.

Im Stückgutbereich wurden 315.000 Tonnen über die Kaikanten bewegt und damit 135.000 Tonnen weniger als im Vorjahreszeitraum. Es wurden weniger Rohre, Windkraftanlagen und -flügel, Krananlagen und Bleche verladen.

Projekte und Investitionen

Gleisverlängerung auf dem KV-Terminal

Die wesentlichen Bau- und Anlagenteile für die Gleisverlängerung auf dem KV-Terminal einschließlich einer neuen Oberflächenbefestigung wurden im Juni 2026 fertiggestellt. Nach abschließender Krananpassung wird im Juli 2026 die Inbetriebnahme vorbereitet.

Im Frühjahr 2025 erfolgte der Baustart zur Verlängerung der Gleisanlage auf 680 Meter auf dem KV-Terminal. Ein zentrales Bauprojekt war neben der zu verlängernden Gleisanlage der Ausbau des Kranbahnbalkens mit Schieneneinrichtung für die Portalkräne. Die Baumaßnahme wurde im laufenden Betrieb durchgeführt. „Rostock ist zuversichtlich, durch seine überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Eisenbahninfrastruktur, aber auch durch gezielte Kapazitätserweiterungsmaßnahmen in Verbindung mit den laufenden Investitionen von DB InfraGo am Aufbau grüner Transportketten und zur Verkehrsverlagerung beitragen zu können“, so Dr. Gernot Tesch.

Optimierung von Liegeplatz 63

Im Mai 2026 wurde der Liegeplatz 63 mit einer zusätzlichen Steganlage sowie einem Dalben mit Spill ausgestattet. Der neue Mooring-Poller erlaubt nun das Anlegen längerer Schiffseinheiten von bis zu 238 Metern.

Abriss Gangway-Anlage am Liegeplatz 67

Auf dem Fährterminal wurde die alte Gangway-Anlage am Liegeplatz 67 zurückgebaut. Die Anlage ist seit Jahren außer Betrieb und ohne Funktion. Vor der Demontage und dem Abbruch wurden umfangreiche Artenschutzmaßnahmen wie der Bau von zwei Schwalbenhäusern durchgeführt. Nach Rückbau der Gangway im Frühjahr 2026 erfolgte noch eine Flächenanpassung im Liegeplatzbereich.

Verkehrsertüchtigung südlich des Hafenbeckens A

Im Rahmen des Fördervorhabens zur Verkehrsertüchtigung zweiter Abschnitt wurde noch im vergangenen Jahr südlich des Hafenbeckens A auf einer Fläche von rund zehn Hektar mit umfangreichen Abrissmaßnahmen alter Hallen-komplexe begonnen. Diese werden in drei Bauabschnitten bis voraussichtlich Ende 2026 realisiert und durch umfangreiche Artenschutzmaßnahmen flankiert.

Nach der Beräumung stehen die an das Fähr- und RoRo-Terminal angrenzenden Flächen der weiteren Hafenentwicklung zur Verfügung. Das Gesamtvorhaben wird ebenfalls im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur gefördert. Das Gesamtvolumen des Vorhabens beläuft sich auf etwa 15 Millionen Euro.

EU-Vorhaben Harbour

Im Rahmen eines von der Europäischen Union (EU) kofinanzierten Vorhabens wurde im Juni 2026 nach langwieriger Erteilung einer Baugenehmigung südlich von Hafenbecken A mit dem Bau einer ca. vier Hektar großen Verkehrs- und Vorstellfläche begonnen. Wegen der lang andauernden Genehmigungsphase konnte die Baustelle erst in der Brutsaison begonnen werden, was zu einer Reihe Bautabuzonen führte, die nun durch die Baustelle zu berücksichtigen sind.

Der Oberflächenbefestigung gehen Tiefbauarbeiten zur Errichtung eines neuen Entwässerungssammlers am Liegeplatz 50, Leitungsverlegungen und eine stromtechnische Erschließung voraus. In 2027 wird die Fläche mit zwei Flutlichtmasten und einer Zaunanlage ausgerüstet und dem Fährterminal zugeordnet. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf ca. sieben Millionen Euro.

Neubau der Liegeplätze 33 und 34

Auf einer Länge von etwa 400 Metern werden die beiden letzten Liegeplätze aus den 1960er Jahren auf der Ostseite von Pier II grundhaft erneuert. Mit einer Wassertiefe von 12,50 Meter und Flächenbelastbarkeit von fünf Tonnen pro Quadratmeter entsprechen die Ausbauparameter im Wesentlichen denen der neu gebauten Liegeplätze 31 und 32.

Ende 2026 sollen die wesentlichen Arbeiten des knapp 20 Millionen teuren Bauvorhabens abgeschlossen sein. Das Vorhaben wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Erneuerung der Kranbahn am Liegeplatz 24

Über mehrere Bauabschnitte erneuert ROSTOCK PORT für rund zwei Millionen Euro die Kranbahn am Liegeplatz 24. Der erste Bauabschnitt wurde 2025 abgeschlossen. Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde im Mai 2026 begonnen. Landseitig werden die Kranschienen auf 150 Metern und wasserseitig auf etwa 120 Metern grundhaft erneuert. Die Arbeiten sollen im August 2026 abgeschlossen sein

Neubau Tiefenwasserliegeplatz 5 im Ölhafen

Im Juni 2022 wurde der Auftrag zur Planung eines Tiefwasserliegeplatzes im östlichen Bereich des Rostocker Ölhafens vergeben. Ziel ist es, auf Basis qualifizierter und beschleunigter Planungen zeitnah eine Baugenehmigung zu erhalten, um Liegeplatz 5 für zukünftige Energieimporte zu ertüchtigen und über Rostock nachhaltige Energien sicher bereitstellen zu können. Das Genehmigungsverfahren wird derzeit in enger Abstimmung mit der Planfeststellungsbehörde im Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Als Anhörungsbehörde fungiert die Hansestadt Rostock, welche die Planung am 10. Juni 2026 öffentlich ausgelegt hat.

Die Bauzeit wird rund zwei Jahre betragen. Nach Fertigstellung wird das Hafenbecken des Ölhafens an die bereits auf 16,50 Meter vertiefte Wendeplatte mit gleicher Wassertiefe angebunden. Da die Baumaßnahme überwiegend im Bestand des heutigen Hafenbeckens erfolgt, kann der Eingriff in die Natur auf ein Minimum reduziert werden.

Flächenvorsorge für die Hafenentwicklung

Die Nachfrage nach Flächen in unmittelbarer Nähe zur Kaikante übersteigt das vorhandene Angebot weiterhin deutlich. Für eine der letzten größeren Flächen im Sondergebiet Hafen wird von der Hansestadt Rostock der Bebauungsplan für die zwischen Öl- und Chemiehafen befindliche Fläche 34 aufgestellt. Noch in diesem Jahr soll die Entwurfsfassung zur Auslegung freigegeben werden. Die anschließend erwarteten Stellungnahmen und Hinweise werden Aufschluss über gegebenenfalls weitere Anpassungen des Bebauungsplans geben.

„Der Flächenvorrat im Überseehafen ist aus Hafenentwicklungsperspektive nahezu aufgebraucht. Die erfolgreichen Ansiedlungen und Erweiterungen zahlreicher im Hafen etablierter Unternehmen waren nur möglich, weil vor Jahrzehnten vorausschauend Flächenreserven geschaffen wurden“, sagt Dr. Gernot Tesch.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen und Chancen, insbesondere im Zusammenhang mit der Energiewende und der Transformation weiter Teile der Industrie, ist es unerlässlich, die Bereitstellung hafenaffiner Flächen zu intensivieren. Nur so kann die langfristige Entwicklung des Hafens sichergestellt werden. Dies geschieht aktuell durch die Neuaufstellung des Regionalen Raumentwicklungsplan (RREP) durch den Planungsverband Rostock, bei dem in den östlich, westlich und südlich des Hafens gelegenen Flächen Erweiterungsmöglichkeiten in Form von Vorranggebieten ausgewiesen werden sollen.

Im inzwischen zweiten Entwurf wurde dabei gemeinsam mit dem Planungsverband, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, den Umweltverbänden und ROSTOCK PORT ein Kompromiss erarbeitet, der aus Sicht der Hafenwirtschaft zwar erhebliche betriebswirtschaftliche Herausforderungen für eine effektive Hafennutzung beinhaltet, aber trotz der Einschränkungen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung darstellt. „Nun gilt es, diesen Schritt zeitnah in der finalen Fassung des Raumentwicklungsprogrammes zu bestätigen, dabei noch leichte Korrekturen für ein besser funktionierendes Hafenlayout einzuarbeiten und diese ohne Einschränkungen vollumfänglich kurzfristig bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zu übernehmen. Weiterhin werden wir diesen Prozess inhaltlich und kommunikativ mit unseren Partnern begleiten und weiter vorantreiben“, so Jens Scharner.

Energiehafen Rostock: Wasserstoffproduktion und Import grüner Energieträger

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie von ROSTOCK PORT treibt das Unternehmen Dekarbonisierungsprojekte sowie neue Geschäftsmodelle im Bereich Wasserstoff und beim Import grüner Derivate voran. Diese Aktivitäten sind ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität des Standorts.

„Unsere strategischen Projekte umfassen die Beteiligung an der rostock EnergyPort cooperation GmbH, die Ertüchtigung der Infrastruktur für grüne Energieträger, den Neubau des Liegeplatzes 5 sowie die Bereitstellung von Flächen für den Import und die Lagerung regenerativ erzeugter Energieträger“, erklärt Jens Scharner. „Damit streben wir eine Vorreiterrolle als Energieknotenpunkt für die Verteilung von Wasserstoff an, um Kohlendioxidemissionen und Umweltbelastungen nachhaltig zu reduzieren.“

Kreuzschifffahrt in Warnemünde

„Mit dem Anlauf der AIDAdiva am 29. März begann die Warnemünder Kreuzfahrtsaison 2026. Für dieses Jahr wurden von 20 Kreuzfahrtreedereien 162 Anläufe von 34 Kreuzfahrtschiffen angemeldet. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises beispielsweise wird mit AIDAdiva, AIDAmar und AIDAluna 65 Reisewechselanläufe in ihrem Basishafen Warnemünde absolvieren“, sagt Dr. Gernot Tesch.

In dieser Saison laufen drei Kreuzfahrtschiffe erstmals die Warnowmündung an: Evrima der Reederei Ritz-Carlton Yacht Collection am 18. Juli, Scenic Eclipse II der Reederei Scenic Ocean am 21. August und Seven Seas Grandeur der Reederei Regent Seven Seas Cruises am 23. August 2026.

Das amerikanischen Kreuzfahrtschiff Sky Princess (Bruttoraumzahl: 145.281, Länge: 330 Meter) ist das größte Passagierschiff der Saison in Warnemünde. Nach Anläufen am 29. April und 3. Juni wird sie noch einmal am 16. September erwartet.

„Mehr als eine halbe Million nationale und internationale Kreuzfahrtgäste werden auch in dieser Saison in Warnemünde an und von Bord gehen. Nachdem in den beiden vergangenen Jahren bereits etwa die Hälfte aller Schiffsanläufe während der Hafenliegezeit mit Landstrom versorgt werden konnten, wird in diesem Jahr von einer weiter steigenden Landstromnutzung ausgegangen“, so Jens Scharner.

Die Kreuzfahrtsaison 2026 endet voraussichtlich am 29. Dezember mit dem Anlauf von Spirit of Adventure der englischen Reederei Saga Cruises.

Weitere Informationen: www.rostock-port.de

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